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Wirtschaftswoche

„Und wie steht es denn eigentlich um eine Dividende?“

Wirtschaftswoche an der OMS St. Ursula (15. bis 19. Dezember 2014)

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Produkt erfunden, gründen eine Firma, und nun geht es darum, dieses Produkt zu vermarkten und ein Geschäftsmodell zu entwickeln. In Anbetracht der Tatsache, dass fast 80 % aller Firmen innert 5 Jahren vom Markt verschwinden, ist das keine ganz so einfache Aufgabe. Mit dieser Ausgangslage konfrontiert, versuchten sich die Abschlussklassen der Handelsmittelschule an der OMS St. Ursula während einer Woche im Rahmen der Wirtschaftswoche im Markt zu bewähren. Erfahrene Fachkräfte aus der Wirt­schaft leiteten diese Projektwoche und spielten die 5 Jahre mittels eines Simulationspro­gramms durch.

Die Jugendlichen wurden also zu Unternehmern, übernahmen innerhalb dieser Firma Führungs­funktionen und fällten im Team Entscheide, mit denen sich Unternehmer im Alltag eben­falls konfrontiert sehen. Auf spielerische, aber realitätsnahe Art und Weise entschie­den sie etwa, welchem Produkt sie Marktchancen geben, wie viel sie produzieren und zu wel­chem Preis die Ware verkauft werden soll. Organisiert und unterstützt wurde diese Woche von der Ernst Schmidheiny-Stiftung, die gemeinsam mit der Universität St. Gal­len die entspre­chende Software entwickelt hat.

Im Mittelpunkt der Wirtschaftswoche stand also eine computerbasierte Wirtschaftssimulation mit Schwergewicht auf betriebswirtschaftliche Inhalte. Dabei handelten die Teilnehmenden als Geschäftsleitung von mehreren, miteinander im Wettbewerb stehenden Industriebetrie­ben (KMU). Sie trafen alle wichtigen operativen Entscheidungen vor dem Hintergrund sich dau­ernd ändernder Marktbedingungen und passten gegebenenfalls ihre Marktstrategie an. Jeder Tag während dieser Woche entsprach einem Geschäftsjahr. Wer falsche Entscheidun­gen traf, den bestrafte der Markt respektive das Programm sogleich. Damit wurde das im Laufe der schulischen Ausbildung erworbene betriebswirtschaftliche Wissen unmittelbar erleb­bar. Parallel zu den täglichen Entscheidungsrunden im Planspiel bereiteten die Teilnehmen­den unter anderem Produktpräsentationen vor, bestritten Pressekonfe­renzen oder führten am Ende der Woche mit grossem Engagement eine Generalver­sammlung durch.

Gut motivierten Nachwuchs für die Wirtschaft zu gewinnen, den Schülerinnen und Schülern die Wirtschaft aus einem praxisorientierten Blickwinkel zu vermitteln, Verständnis und Inte­resse für wirtschaftliche Zusammenhänge zu wecken, das sind wesentliche Zielsetzun­gen, die von der Schmidheiny Stiftung sowie den leitenden Führungskräften aus der Wirt­schaft ver­folgt werden. Letztere ziehen die Motivation für ihr Engagement daraus, dass es ihnen Spass macht, mit jungen Menschen zu arbeiten und ihnen ihren reichhaltigen Erfahrungs­schatz mit auf den Weg zu geben. Und wenn die jungen Leute nicht dieselben Fehlent­scheidungen treffen, wie das in einem langen Wirtschaftsleben auch mal vorgekom­men sei, dann ist das auch kein unwichtiges Ziel.

Den Schülerinnen und Schülern hat die Woche ebenfalls gefallen. Wissen von Fachleuten aus der Betriebswirtschaft vermittelt zu bekommen, das sei extrem lehrreich und spannend gewesen, meinte beispielsweise Caroline Arnold von der 3. HMS B. „Ich habe in dieser Wo­che gemerkt, dass das Führen einer Unternehmung nicht so einfach ist, wie man sich das vorstellt.“ 

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