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Schweizer Erzählnacht

„Ich spiele, du spielst – spiel mit!“ – die FMP an der Schweizer Erzählnacht

Als Dr. Kurt Schnidrig im November 1990 an der heutigen OMS St. Ursula erstmals die Oberwalliser Märchennacht initiierte und damit die Tradition des „Abusitz“ wieder aufnahm, hätte er sich kaum erträumt, dass daraus innert 25 Jahren mit der Schwei­zer Erzählnacht die wohl grösste Kulturveranstaltung des Landes entsteht. Über 60'000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene lassen sich inzwischen regelmässig an rund 700 Orten in der Schweiz während einer Nacht von Geschichten verzaubern

Mit der FMP-Klasse nahmen wir zum zweiten Mal an diesem Anlass teil, dies auch im Hinblick auf ihre künftige Lehrertätigkeit. Das Vorlesen und Erzählen in einem stim­mungsvollen Rahmen ist eine einfache, aber äusserst wirksame Form der Le­seförderung. Gemeinsam Geschichten zu lauschen ist ein Geschenk weit über den Augenblick des Zuhörens hinaus. Es schafft positive Erlebnisse rund um das Medium Buch, verbindet Vorlesende und Zuhörende und heftet sich in der Erinnerung fest. Rund 90 Kinder unterschiedlicher Primarstufen fanden sich in Mund, Naters, Bitsch und an der OMS St. Ursula am 14. November ein, wo sie eine Nacht lang in die Welt der Geschich­ten entführt wurden. Geschichten hören, Geschichten erzählen, dazu spie­len – getreu dem Motto der diesjährigen Erzählnacht: „Ich spiele, du spielst – spiel mit!“

„Wir spielten und spielten und spielten, so dass es das reine Wunder ist, dass wir uns nicht totgespielt haben“, erinnert sich Astrid Lindgren in ihrer Autobiografie an die Kindheit. Kindern fällt das Spielen wie selbstverständlich zu, Erwachsene müssen Spielräume und -zeiten oft dem Alltag abringen. So oder so: Wer spielt, erzählt Geschich­ten – über sich, seine Lebenswelt, Traum- und Fluchtwelten. Wer spielt, folgt für die Dauer des Spiels Regeln, die nicht unbedingt alltagstauglich sind. Wer spielt, lernt sich und die anderen besser kennen – oder frei nach Friedrich Schiller: Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Die diesjährige Erzählnacht und damit auch die FMP schenkte Kindern Spielräume. Mal war es gespenstig angehaucht, dann wieder eher sportlich geprägt und ein drit­tes Mal standen Cowboys und Indianerinnen im Mittelpunkt des Geschehens. Und von den Spielen ging es immer zurück zum Medium Buch. Egal, ob der spielerische Teil um 22:00 Uhr oder erst kurz vor Mitternacht endete – Schlusspunkt vor dem Lichterlö­schen bildete jeweils der Rückzug ins individuelle Lesen und damit das Abtauchen in eine Welt, die für viele Kinder so viel farbiger und fantastischer ist als der Alltag. Ein grosses Kompliment an all die involvierten FMP-Schülerinnen und Schü­ler, die sich in der Planung, Durchführung und Nachbereitung mit viel Herz engagiert haben.

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