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Hexereien und schwarze Katzen an der Erzählnacht

Freitag, der Dreizehnte? Kein Grund für unsere Schülerinnen und Schüler von der Fachmatura Pädagogik (FMP), Termine abzusagen oder gar im Bett zu bleiben. Im Gegenteil - langes Schlafen lag nicht drin. Aber dazu später. Dass dieses Datum also kein Unglück bringen muss, sondern die Möglich­keit zu vielfältigen Aktivitäten bietet, war bei der Publikation des diesjährigen Datums der Erzählnacht sogleich allen klar. Fällt sie auf Freitag, den 13. November, dann kann sich alles nur um Aberglauben, Zaubereien und Mythen drehen. So wurden denn - wie einst aus der Büchse der Pandora - Geschichten rund um Magie und Aberglauben aus der Zauberkiste herausgelassen.

Die Schweizer Erzählnacht, mit über 630 Veranstaltungen und 60'000 Teilnehmenden der grösste Kulturanlass unseres Landes, wurde vor gut 25 Jahren im Oberwallis ins Leben gerufen. Sie bietet unseren Jugendlichen der FMP eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich intensiv mit dem Lesen und Erzählen auseinanderzusetzen, aber auch rechtzeitig erleben zu dürfen, dass der Lehrerbe­ruf sehr anstrengend sein kann.

An fünf Orten waren unsere Jugendlichen an diesem Abend im Einsatz. An der OMS war eine Klasse aus Gampel zu Gast, während zwei Gruppen in Naters , die anderen beiden in Visp und Mörel die Erzählnacht gestalteten. Als Lesestoff dienten sowohl Klassiker der Kinderlite­ratur wie Ottfried Preusslers „Kleine Hexe“, aber auch neuere Werke wie etwa jene über das Tiger-Team. Lieder wie „Ds „Hippigspängstli“ oder über eine Hexe namens „Lakritze“ erklangen, Geschichten wurden gelesen, vorgelesen oder gar vorgespielt, Zaubertränke gebraut, Lebkuchen gebacken, verziert und verzehrt. Lesezeichen, Laternen oder kleine Vam­pire wurden gebastelt und gesellten sich zu den Dekorationen, die im Vorfeld zu den „Hexereien und schwarzen Katzen“ produziert worden waren. Rund um die Geisterstunde wurden dann die ersten Augenlider der Kleinen schwer, während andere noch so richtig aufgekratzt waren. Ein paar letzte Seiten lesen, im Schlafsack leise tuscheln, und irgendwann überkam auch den letzten Nimmermüden der Schlaf. Obwohl alleine das schon ein grosses Abenteuer ist! Wann befiehlt einem die Lehrerin schon mal, man solle jetzt gefälligst im Schulzimmer einschlafen...

Mit dem Sonnenaufgang und nach einer kurzen Nacht ging die Erzählnacht mit dem gemeinsamen Frühstück zu Ende. Ein toller Anlass, der nicht nur bei den rund 100 Kin­dern glückliche Gesichter hinterlassen hat.

Text und Fotos: Paul Seiler

Link zur Fotogalerie "Erzählnacht"

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