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Dorfkinoprojekt der FMP

Bereits zum dritten Mal ging Ende November 2014 das Projekt „Dorfkino“ über die Bühne, diesmal in den Schulen von Gampel-Niedergampel, Zermatt und Staldenried. Das Filmbildungsangebot der Pädagogischen Hochschule Wallis und der Oberwalliser Mittelschule OMS St. Ursula fand bei den Schülerinnen und Schülern wie bei den Lehrpersonen guten Anklang.

Kino und Film sind nicht nur unterhaltend, sondern ebenso ein spannendes Lernfeld für alle Altersstufen. Diese Erfahrung machten die insgesamt 545 Kinder aus drei Oberwalliser Schulen im Projekt Dorfkino. Während eines ganzen Tages beschäftigten sie sich mit vielfältigen Facetten des Films. In den angebotenen Ateliers stellten die Schülerinnen und Schüler teils selber etwas her, zum Beispiel einen Kurz- oder Trickfilm, sie erprobten Effekte mit der Kameraführung oder versuchten sich als Filmschauspieler. Die jüngeren Kinder verarbeiteten in kreativer Weise Szenen aus dem Film „Dschungelbuch“, den sie vorher gemeinsam gesehen hatten. Daneben wurden in weiteren Ateliers beispielsweise gelernt, wie Filme dramaturgisch aufgebaut sind, welche Rolle die Filmmusik spielt oder welche Filmberufe und Filmarten es gibt.

Dorfkino – Lernfeld für angehende Lehrpersonen

Das Filmbildungsangebot wird gemeinsam von der Pädagogischen Hochschule Wallis und der Oberwalliser Mittelschule OMS St. Ursula getragen. 23 Studierende der PHVS und 28 Absolventen der OMS-Klasse Fachmaturität Pädagogik hatten Gelegenheit, zu ihrem Berufsziel wertvolle Erfahrungen zu sammeln, indem sie selber Ateliers leiteten. Für diese Aufgabe vorbereitet und unterstützt wurden sie von Angela Werlen und Edmund Steiner (beide PHVS), Olivier Mermod (OMS) sowie von Jungfilmer Dominik Locher und vom Filmkenner Jean-Pierre D’Alpaos. Den angehenden Lehrpersonen bedeuteten die drei Dorfkino-Projekttage eine hohe Herausforderung. Sie lernten zugleich die unterschiedliche Realität etwa einer Kleinschule eines Bergdorfes oder des Schulzentrums in Zermatt kennen. Belohnt wurden sie mit der grossen Motivation der Kinder, die mit Eifer und Ideenreichtum das Angebot dankbar nutzten.

Neu in der diesjährigen Auflage von Dorfkino war, dass die Lehrpersonen gleichzeitig einen schulinternen Fortbildungskurs besuchten. In Niedergampel und Zermatt führte sie Christoph Cramer von Roadmovie in die Kunst des Filmemachens ein, und sie lernten konkret, wie man mit Tablets selber Filme drehen kann.

Filmbildung mit Breitenwirkung

Jeweils am Ende des Projekttages konnten die einzelnen Filmcrews mit Stolz ihren eigenen Film dem Publikum vorführen. In Zermatt erhielten die Schulklassen zudem von Köbi Julen einen Einblick in die Herstellung eines Dokumentarfilms, der im nächsten Jahr zum Anlass von 150 Jahre Matterhorn-Erstbesteigung Premiere feiern wird. Auch die Eltern werden zu einem späteren Zeitpunkt die filmischen Gehversuche im Rahmen eines eigenen Schulanlasses zu sehen bekommen.

Fazit aus Dorfkino 2014: In das Projekt waren nahezu alle Schulstufen vom Kindergarten bis zur Hochschule inklusive die Lehrerweiterbildung involviert. Erforderlich ist ein grosses persönliches Engagement aller Beteiligten. Und die Realisierung ermöglicht  hat zudem einen finanzieller Beitrag der betreffenden Schulgemeinden sowie der kantonalen Dienststelle für Kultur im Rahmen von Kulturfunken.

Die Rückmeldungen und erste Auswertungen zeigen, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Das Herstellen und Analysieren von Filmen ist derart spannend und lehrreich, dass man darob sogar die Pauseglocke überhören kann. 

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