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Schulaustausch

Zu Besuch am Eastbourne College

Am Samstagmorgen Schule? Dann nachmittags ein Rugby- oder Hockeyspiel? Am Sonntag eine Gedenkfeier für die Gefallenen der Kriege? Am frühen Nachmittag jeweils Sport, militärische übungen oder Sozialdienst? Danach bis kurz nach sechs Uhr wieder Unterricht, anschliessend gemeinsames Nachtessen sowie Studium bis neun Uhr? Auch für die externen Schülerinnen und Schüler.... und das in Uniform, sprich Krawatte und Anzug für die Jungs, Rock und Bluse für die Mädchen?

Ziemlich viel an Unterschieden, was da zunächst auf unsere elf Schülerinnen aus der OMS St. Ursula einprasselte, als wir Mitte November Gäste des Eastbourne Colleges sein durften. Einmal in der Schule drin, konnten unsere Mädchen aber feststellen, dass man sich mit einigen der obigen Punkte durchaus innert kurzer Zeit anfreuden kann. Keine neue Erfahrung ist dies für uns organisierenden Lehrer. Bereits zum sechsten Mal durften wir bei Freunden zu Gast sein und ermöglichten damit einer Gruppe von Zweitklässlern, in den Genuss eines intensiven Sprach- und Kulturaustausches zu kommen.

Im Verlauf der Woche besuchten wir am Morgen zwei Mal während mehrerer Stunden den Unterricht. Dabei fielen den Schülerinnen nicht nur die topmoderne Ausstattung der Schule und die geringe Klassengrösse ins Auge, sondern sie durften sich auch vom ausgezeichneten Niveau des Schulorchesters und einer der Theatergruppen überzeugen. Dem musischen Bereich wird am Eastbourne College eh grosses Gewicht zugemessen. Dies zeigt sich auch an der Tatsache, dass das College bereit war, in den Neubau eines Theater- und Konzertsaals umgerechnet 12 Millionen Franken zu investieren. Im neu erbauten Birley Center fanden denn auch das erste Kennenlernen sowie eine Einführung in Garage Band statt. All dies hat natürlich seinen Preis. Bei einem Schulgeld von bis zu 27'000 Pfund pro Jahr und Schüler ist es durchaus legitim, wenn Schüler und Eltern hohe Ansprüche an die Unterrichtsqualität und das Angebot stellen. Waren wir nicht an der Schule, so besichtigten wir Eastbourne, assen typisch Englisch, nämlich Curry beim Inder, shoppten in Brighton und besichtigten in London sehr viele Touristenattraktionen.

Als es nach einer Woche und vielen positiven Eindrücken für die Gruppe hiess, vom Eastbourne College und den Freunden Abschied zu nehmen, so geschah dies mit Bedauern, insbesondere wegen der Herzlichkeit, die man geniessen durfte, aber auch in Vorfreude auf den März, wenn dann die Schülerinnen und Schüler aus England im Oberwallis zu Gast sind. Darauf vorbereitet haben wir die englischen Gäste bereits: Anlässlich des Swiss Evenings informierten und unterhielten unsere Schülerinnen ihre Partner und deren Eltern, aber auch die Lehrpersonen über die Schweiz, das Oberwallis und die OMS St. Ursula. Nicht nur bei diesem Anlass festigten sie das Bild, das wir am Eastbourne College in den letzten Jahren aufgebaut haben. Vielen Dank, Mädels, für eure Herzlichkeit, Zuverlässigkeit und Interesse. Jede von euch hat gezeigt, dass sie zurecht die Chance verdient hat, nach England mitreisen zu dürfen. Ihr habt den Grundstein gelegt für Freundschaften, die über die Schulzeit hinausgehen können.

Im nächsten Herbst wird es dann turnusgemäss nach Oxford gehen. Ein Tipp für die interessierten Erstklässler: Entscheidendes Kriterium dafür, nach England mitreisen zu dürfen, waren die Noten des ersten Jahres. Also, strengt euch an!

Christian Werner / Paul Seiler